Produktiv arbeiten mit dem iPad Pro

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Immer wieder versuche ich das iPad Pro produktiv einzusetzen. Das gelingt manches mal besser, aber manches mal überhaupt nicht. Vieles hängt meines Erachtens von der Anwendung ab, welche man auf dem Pad ausführen will. Manchmal scheitert es einfach am Betriebssystem, manchmal ist eine entsprechende Schnittstelle nicht vorhanden und manchmal lässt sich einfach keine sinnvoller Workflow dazu erzeugen.

Betriebssystem

Fluch oder Segen? iOS wird ständig weiterentwickelt, und es werden immer mehr sinnvolle Features in das System, speziell ab iOS 9, implementiert, welche auf dem großen Bildschirm auch Sinn machen und besser genutzt werden können als auf dem kleinen Bildschirm eines iPad Air. Beispielhaft seien hier Splitscreen und die Bild in Bild Funktion genannt. Gerade diese beiden Funktionen haben einen echten Mehrwert, da man einfach noch etwas von den Inhalten sieht, und diese nicht fast mikroskopisch klein im Nichts verschwinden.

Leider wird das Ganze wieder dadurch getrübt, dass viele Apps diese Funktionen noch nicht unterstützen, ein Umstand für den Apple nichts kann, der aber mit einem anderen Betriebssystem, welches nicht nur für mobile Devices ist, vielleicht nicht der Fall wäre.

Ein anderer Nachteil, und meiner Meinung auch der Größte Nachteil an iOS als Betriebssystem, ist das Dateisystem, auf welches ich als Nutzer keinen Zugriff habe. So ist es mir einfach nicht möglich Dateien zwischen verschiedenen Anwendungen auszutauschen, oder eine Datei mit unterschiedlichen Anwendungen zu öffnen. Dies hat zur Folge, dass sich oftmals keine Workflows generieren lassen, oder der Weg nur über extern - z.B. die Cloud - möglich ist.

Nennt mich hier konservativ, aber ich bin einfach ein Mensch der nicht alle seine Daten an einen externen Dienstleister weitergeben will, auch wenn sie verschlüsselt, gesichert und was weiß ich noch alles sind. Weitere Probleme sind zudem, dass man unter Umständen nicht überall Netz hat, und wohl gerade im professionellen Umfeld, dass es vom Arbeitgeber schlicht weg nicht gewünscht ist, die Dateien außerhalb zwischen zu speichern.

Ich erhoffe mir hier ab iOS 10 diverse Verbesserungen, vielleicht auch einfach eine speziellere Anpassung des Systems an den großen Bildschirm und die restliche Hardware, denn das iPad Pro ist, meiner Meinung nach, mit dem aktuellen iOS 9 noch lange nicht ausgereizt.

Schnittstellen

Mit dem iPad Pro wurde eine neue Schnittstelle eingeführt, des Smart Conector, über welchen ich einfach eine Tastatur mit dem iPad verbinden kann, ohne das ich hierfür eine Bluetooth Verbindung bräuchte. Die Stromversorgung der Tastatur erfolgt ebenfalls direkt über das iPad Pro. Eine großartige Idee und eine echte Bereicherung...abgesehen davon, dass es seitens Apple keine Tastatur mit einem Deutschen Tastaturlayout gibt.

Was aber nach wie vor nicht geht, einen einfachen USB Stick an das iPad anzuschließen um Dateien oder Fotos von oder auf das Gerät zu übertragen. Das selbe Problem: SD Karte. Ich persönlich verstehe einfach nicht, wie man ein Pro Gerät erschaffen kann, es aber nicht möglich ist irgendetwas anzuschließen. Klar könnte ich mir jetzt irgendwelche Adapter kaufen, mit denen es möglich ist, zumindest Bilder auf das iPad zu übertragen, aber bei eine Gerät dieser Preisklasse finde ich nicht, dass dies ansatzweise im Verhältnis steht. Zudem sollte das iPad Pro doch unter Umständen sogar einen Laptop überflüssig machen...

Workflow

Das wichtigste um an einem iPad (Pro) produktiv zu arbeiten ist, dass man oftmals einfach umdenken muss. Man muss sich an andere Arbeitsabläufe gewöhnen. Man muss bereit sein Kompromisse einzugehen. Das ist gerade am Anfang erst einmal abschreckend und zudem auch zeitintensiv. Recherche ist angesagt, z.B. im App-Store um Apps für den entsprechenden Anwendungsfall zu finden, oder im Netz um sich Inspirationen zu holen bzw. um zu schauen wie dies vielleicht von anderen Usern gelöst wird.

Hilfreich wäre es hier seitens Apple, wenn man eine Kategorie speziell für das iPad Pro einführen würde, in dem entsprechende Apps gelistet sind die wirklich nur für das iPad Pro sind. Es gibt zwar eine Rubrik "Fantastische Apps für das iPad Pro", dies sind aber einfach keine Apps die nur für das iPad Pro sind. Vieles hängt hier natürlich auch von den Entwicklern ab, und für diese scheint es aktuell einfach nicht interessant zu sein, eine iPad Pro only App zu entwickeln.

Arbeite ich produktiv mit dem iPad Pro?

Die Antwort hierauf ist wohl ein klares Jain. Manche Dinge lassen sich gut erledigen, manches geht überhaupt nicht, oder so komplex und umständlich, dass es allenfalls in einer Notsituation dienlich ist, wenn gerade wirklich kein Rechner zur Hand ist.

Zu den Dingen die ich am iPad mache gehört z.B. das Schreiben von Angeboten und Rechnungen. Ich habe mir hierzu Vorlagen am Laptop angelegt, entsprechende Schriften auf das iPad übertragen und schon kann es los gehen. Einfach und schnell. Was wiederum nicht einfach und schnell geht: Die Datei abzulegen und zu sichern, sowie aus der Datei eine PDF zu erstellen. Ich habe inzwischen alle mir bekannten Wege getestet, es aber nicht hinbekommen aus meinen Worddokumenten eine vernünftige, richtig formatierte PDF zu erstellen.

Eine weitere Sache die ich am iPad erledige, ist meine Kalenderverwaltung, wie auch meine Aufgabenverwaltung. Den Kalender verwalte ich mit der Apple eigenen App, eine Synchronisation erfolgt über mein internes Netzwerk mittels OwnCloud. Für die Aufgabenverwaltung verwende ich die App 2Do, eine sehr umfangreiche und mächtige App, die aktuell alle meine Bedürfnisse und Anforderungen erfüllt. Wichtig ist, dass man sich mit dieser App beschäftigt bevor man damit arbeitet. Die Synchronisation kann ebenfalls über OwnCloud erfolgen. 2Do ist wohl auch eine der Apps, welche zum aktuellen Zeitpunkt mit am besten an das iPad Pro angepasst ist.

Blogbeiträge erstellen, und dazugehörige Fotos bearbeiten. Ich habe wirklich lange gebraucht und geschaut, bis ich einen Weg gefunden habe, wie ich wirklich über das iPad meinen Blog befüllen kann. Aber letzten Endes habe ich es geschafft, sogar relativ komfortabel. Ich benötige dazu den iA Writer, mit dem ich in Markdown meine Blogbeiträge schreiben kann. Als Blogsystem kommt Bludit zum Einsatz. Fotos erstelle ich im Normalfall über das iPhone, Grafiken erstelle ich direkt am iPad Pro, z.B. via Pixelmator, Procreate oder mit Grafic (ehemals iDraw). Mit der Workflow App habe ich mir einen Workflow angepasst, der es mir erlaubt, dass Bild auf eine definierte Breite zu skalieren, die Dateigröße wird reduziert und ich kann dem erstellten Bild einen Namen geben. Der Upload erfolgt über das Backend von Bludit.

Was ich auch öfters mache, wenn ich kleine Anpassungen an einer Homepage machen muss (Code), dann verwende ich dazu gerne Coda, welches einen integrierten FTP Klienten beinhaltet und mich schnell entsprechende Dateien runter laden, bearbeiten und wieder auf den Server rauf laden lässt.

Die letzte Sache, die ich häufig mit dem iPad Pro erledige, ist das Durcharbeiten von PDF Dateien. Mit der App GoodNotes lade ich mir die Dateien auf das iPad, und kann dort Texte markieren, handschriftliche Ergänzungen einfügen, oder auch Seiten ergänzen, welche ich via Tastatur oder handschriftlich schreiben kann.

Das sind zum aktuellen Zeitpunkt die Dinge welche ich mit dem iPad Pro erledige und für die ich keinen Laptop oder Desktop Rechner benötige. Ebenso brauche ich dafür auch keinen speziellen Arbeitsplatz, sondern kann dies bequem von vielen Orten aus erledigen.